Vizerektorat Entwicklung
Die Universität Bern benötigt einen starken akademischen Nachwuchs. Deshalb erhöhten wir im vergangenen Jahr die Attraktivität einer wissenschaftlichen Karriere in Bern.

Universitätsleitung

Wissenschaftliche Karriere wird attraktiver

Mehr akademische Unabhängigkeit für den wissenschaftlichen Nachwuchs und transparentere, planbarere Karrierewege: Dies will die Universität Bern mit einem Massnahmenbündel erreichen.

 

Von Prof. Dr. Achim Conzelmann, Vizerektor Entwicklung

Im Jahr 2019 traten wichtige Reformen in Kraft, welche die Förderung der akademischen Unabhängigkeit des wissenschaftlichen Nachwuchses und die Erhöhung der Transparenz und Planbarkeit akademischer Karrierewege zum Ziel haben. Dieses Konzept zur Förderung des akademischen Nachwuchses, das für die Schweiz als wegweisend bezeichnet werden kann, hat die Universitätsleitung unter Einbezug der Fakultäten, verschiedener Dienststellen und des Mittelbaus erarbeitet. 

Wie eine im Jahr 2018 durchgeführte Befragung zeigte, sind die Doktorierenden mit der Doktoratsausbildung und -betreuung insgesamt zufrieden. Gleichwohl sehen sie Verbesserungsbedarf hinsichtlich des aus ihrer Sicht (zu) starken Abhängigkeitsverhältnisses von den jeweiligen Betreuungspersonen. Zur Verbesserung der Situation wurde die Betreuung der Doktorierenden durch jeweils mindestens zwei Betreuungspersonen eingeführt («Vier-Augen-Prinzip»).

Ein wesentliches Element zur Vermeidung von Konflikten zwischen Doktorierenden und Betreuungspersonen ist die Doktoratsvereinbarung. Sie erhöht die Transparenz des Promotionsstudiums, indem sie die Rahmenbedingungen und Ziele des Doktorats sowie die Ausgestaltung des Betreuungsverhältnisses regelt. Die Doktoratsvereinbarung, die das Vizerektorat Entwicklung als Vorlage auf seiner Webseite zur Verfügung stellt, wurde optimiert und mit einem Leitfaden zur Durchführung von Potenzialgesprächen ergänzt.

Neue Stellenkategorie «Postdoktorierende»

Auf der Stufe des Postdoktorats ersetzt die neu geschaffene Stellenkategorie «Postdoktorierende» die bisherige wissenschaftliche Assistenz mit Doktorat sowie die Oberassistenz. Die neue Stellenkategorie sichert eine geschützte Forschungszeit von mindestens 50 Prozent Arbeitszeit auf eine Vollzeitstelle zu. Dies ermöglicht eine effizientere, zielorientiertere Realisierung des eigenen Forschungsvorhabens und legt damit den Fokus verstärkt auf die wissenschaftliche Qualifikation des akademischen Nachwuchses. Die Anstellungsdauer von Postdoktorierenden ist limitiert und beträgt im Regelfall maximal sechs Jahre. Zudem wird zwischen den Postdoktorierenden und den Hauptbetreuungspersonen zu Beginn des Postdoktorats neu eine Postdoc-Vereinbarung abgeschlossen, um auch auf dieser Stufe die Transparenz zu erhöhen.

Kurz gesagt

«Der Fokus wird verstärkt auf die wissenschaftliche Qualifikation des akademischen Nachwuchses gelegt.»


Prof. Dr. Achim Conzelmann, Vizerektor Entwicklung

Eigenständiger Karriereweg zur Dozentur

Für Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, die aus verschiedenen Gründen keine akademische Karriere mit dem Ziel einer Professur anstreben, wurde mit der neuen Stellenkategorie «Assistenzdozentur» ein alternativer, eigenständiger akademischer Karriereweg eingeführt. Assistenzdozenturen bezwecken die Spezialisierung in Lehre, Forschung und Dienstleistungen im Hinblick auf die mögliche Übernahme bestehender oder neu geschaffener hauptamtlicher Dozenturen. Die Besetzung von Assistenzdozenturen erfolgt ausschliesslich im Tenure-Track-Verfahren. Um Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern mit dem Karriereziel Professur langfristige Perspektiven bieten zu können, ist die Universität Bern bestrebt, Nachfolgen von Professuren wann immer möglich mit Assistenzprofessorinnen und -professoren im Tenure-Track-Modell zu besetzen.

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